...habe ich zwar noch nicht alle zu sehen bekommen (bisher nur einen eingesperrten Löwen). Das letzte Wochenende haben wir aber schon einmal dazu genutzt mit einem Mietauto die Umgebung von Potch zu erkunden. Darunter war auch eines der vielen Reservoirs für Wildtiere. Dieses befährt man zusammen mit dem Ranger auf einem Geländewagen und so bekamen wir einen ersten Eindruck von der einmaligen Vielfalt, die die Tierwelt Südafrikas zu bieten hat. Uns zeigten sich an diesem Tag unter anderem Giraffen, Zebras und diverse anthilopenähnliche Wesen deren Namen ich leider nicht weiß. Die Bilder der Tour habe ich online gestellt.
Das Auto ist wohl das geeignetste Fortbewegungsmittel hier. Glücklicherweise sind die Mietpreise sehr günstig, wie überhaupt die Lebenshaltungskosten für europäische Verhältnisse hier sehr niedrig sind. Und auch an den Linksverkehr gewöhnt man sich überraschend schnell, wenn ich auch intuitiv anfangs meistens den Scheibenwischerhebel betätigt habe, wenn ich eigentlich blinken wollte. Die Straßenverhältnisse sind recht ordentlich. Sandpisten findet man zwar auch ab und zu, meistens kann man diese aber umgehen. Das Fahren erfordert allerdings sehr viel Aufmerksamkeit. Leute laufen am Rand der ohnehin recht schmalen Schnellstraßen und wenn man nicht aufpasst, kann man bei 120 km/h auch mal ein deftiges Schlagloch erwischen - gut, dass man einen Mietwagen hat.
Dienstag, 28. Juli 2009
Welcome to Potch
Mein Auslandssemester fand einen recht komfortablen Einstieg. Da die Lufthansa-Maschine überbucht war und mein regulärer Sitzplatz beim Check-in bereits vergeben war, musste ich mit einem Platz in der Business-Class vorlieb nehmen. Nach entspannten 10,5 Stunden und 8700 km Flugs landete ich in Johannesburg (kurz: Joburg, sprich: Dschobörg). Dort wurde ich von einem Studenten abgeholt, der mich zu meinem Uniort, dem ca. 120 km südwestlich liegenden Potchefstroom, fuhr.
Potchefstroom ist eine kleinere Stadt von rund 124.000 Einwohnern. Die Uni ist allerdings mit 45.000 Studenten (die sich auf mehrere Standorte verteilen) eine der größten Südafrikas und erscheint zumindest in diesem Verhältnis Gießen nicht allzu fremd. Doch die Unterschiede, die zugleich leider häufig auch durch die gravierenden Probleme dieses Landes bedingt sind, werden einem bereits beim Betreten des Uni-Geländes sichtbar. Der große Campus ist ringsum von einem vier Meter hohen Beton-/Elektrozaun eingeschlossen und kann nur an einigen Eingangskontrollen betreten werden. Auch wenn Potch sicherlich nicht von so hoher Kriminalitätsrate geplagt wird, wie z.B. die großen Städte Johannesburg und Cape Town, so bekommt man die Angst vor Kriminalität in der Bevölkerung, insbesondere der weißen, regelmäßig zu spüren. Der Campus umfasst neben den Unizweckbauten auch einen Teil Wohngebiet. Daher steht den ausländischen Studenten ein gewöhnliches voll ausgestattetes Wohnhaus als Unterkunft zur Verfügung. Dieses teile ich mir mit drei Belgiern und zusätzlich demnächst zwei Deutschen.
Da hier zur Zeit Winter ist, wird es insbesondere nachts mit Temperaturen um den Gefrierpunkt recht kalt. Das ist für europäische Verhältnisse natürlich nichts besonderes, allerdings bekommt man die Kälte auch im Haus recht ungezügelt zu spüren, da die Häuser hier keinerlei Isolierung aufweisen - von Doppelverglasung und einer Zentralheizung mal ganz zu schweigen. Glücklicherweise haben wir ein paar Elektroöfen, die einige Räume akzeptabel aufheizen. Tagsüber ist es mit bis zu 20°C und bisher täglich wolkenlosem Himmel wiederum sehr angenehm. Wie ich zu meiner Verwunderung kürzlich erfahren habe, befinde ich mich hier zudem auf 1350 Meter ü.NN, wovon man eigentlich nicht ausgehen würde, da die Umgebung überwiegend so flach wie Norddeutschland ist. Dieser Umstand lockt viele Rennradfahrer, Marathonläufer und andere Sportler zum Training hierher. Die Uni bietet u.a. mit einem Fitnesscenter ausreichend Sportmöglichkeiten. Abends gibt es ganz gute Gelegenheiten auszugehen und ab und zu veranstaltet auch die Uni Konzerte und anderes Programm. Ansonsten hat Potch selber nicht besonders viel zu bieten. Es ist eben eine kleine Universitätsstadt in die die Studenten von weither kommen und nach Semesterende wieder verlassen. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, da ich mit dem Studium die Woche über ausreichend beschäftigt bin (Das Semester geht hier etwas anders von statten als man es von Deutschland gewöhnt ist - doch dazu an anderer Stelle mehr). Und die Wochenenden habe ich bereits jetzt mit meinen Mitbewohnern für Trips fast vollständig verplant.
Potchefstroom ist eine kleinere Stadt von rund 124.000 Einwohnern. Die Uni ist allerdings mit 45.000 Studenten (die sich auf mehrere Standorte verteilen) eine der größten Südafrikas und erscheint zumindest in diesem Verhältnis Gießen nicht allzu fremd. Doch die Unterschiede, die zugleich leider häufig auch durch die gravierenden Probleme dieses Landes bedingt sind, werden einem bereits beim Betreten des Uni-Geländes sichtbar. Der große Campus ist ringsum von einem vier Meter hohen Beton-/Elektrozaun eingeschlossen und kann nur an einigen Eingangskontrollen betreten werden. Auch wenn Potch sicherlich nicht von so hoher Kriminalitätsrate geplagt wird, wie z.B. die großen Städte Johannesburg und Cape Town, so bekommt man die Angst vor Kriminalität in der Bevölkerung, insbesondere der weißen, regelmäßig zu spüren. Der Campus umfasst neben den Unizweckbauten auch einen Teil Wohngebiet. Daher steht den ausländischen Studenten ein gewöhnliches voll ausgestattetes Wohnhaus als Unterkunft zur Verfügung. Dieses teile ich mir mit drei Belgiern und zusätzlich demnächst zwei Deutschen.
Da hier zur Zeit Winter ist, wird es insbesondere nachts mit Temperaturen um den Gefrierpunkt recht kalt. Das ist für europäische Verhältnisse natürlich nichts besonderes, allerdings bekommt man die Kälte auch im Haus recht ungezügelt zu spüren, da die Häuser hier keinerlei Isolierung aufweisen - von Doppelverglasung und einer Zentralheizung mal ganz zu schweigen. Glücklicherweise haben wir ein paar Elektroöfen, die einige Räume akzeptabel aufheizen. Tagsüber ist es mit bis zu 20°C und bisher täglich wolkenlosem Himmel wiederum sehr angenehm. Wie ich zu meiner Verwunderung kürzlich erfahren habe, befinde ich mich hier zudem auf 1350 Meter ü.NN, wovon man eigentlich nicht ausgehen würde, da die Umgebung überwiegend so flach wie Norddeutschland ist. Dieser Umstand lockt viele Rennradfahrer, Marathonläufer und andere Sportler zum Training hierher. Die Uni bietet u.a. mit einem Fitnesscenter ausreichend Sportmöglichkeiten. Abends gibt es ganz gute Gelegenheiten auszugehen und ab und zu veranstaltet auch die Uni Konzerte und anderes Programm. Ansonsten hat Potch selber nicht besonders viel zu bieten. Es ist eben eine kleine Universitätsstadt in die die Studenten von weither kommen und nach Semesterende wieder verlassen. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, da ich mit dem Studium die Woche über ausreichend beschäftigt bin (Das Semester geht hier etwas anders von statten als man es von Deutschland gewöhnt ist - doch dazu an anderer Stelle mehr). Und die Wochenenden habe ich bereits jetzt mit meinen Mitbewohnern für Trips fast vollständig verplant.
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